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24.11.2018 | 20:00 Uhr

StadtRaumKlang No. 2 „EastWestDanceMelody“

(©Jochen Quast)

 

Weltberühmte Kompositionen, zwei außergewöhnliche Uraufführungen und berührender Tanz: Am 24.11. spielen die Lüneburger Symphoniker gemeinsam mit syrischen Musikern das zweite Konzert der Reihe StadtRaumKlang mit dem Titel „EastWestDanceMelody“ im VERDO Hitzacker. Maurice Ravels weltberühmtem „Bolero“ und Strawinskys Tanzstück „Le Sacre du Printemps“ stehen zwei Uraufführungen der syrischen Komponisten Jehab Jazbeh und Suad Bushnaq gegenüber. Es tanzt die Ballettkompanie des Theater Lüneburg gemeinsam mit einem Bewegungschor bestehend aus Studierenden des Bildungswerks für die niedersächsische Wirtschaft BNW sowie tanzinteressierten Mitbürgern.

Die Beziehungen zwischen Syrien und Deutschland sind vielfältig. Die Lüneburger Symphoniker wollen einige dieser Bezugspunkte in ihrem integrativen Tanz- und Konzertprojekt „EastWestDanceMelody” im Rahmen der Reihe StadtRaumKlang widerspiegeln: Die Lüneburger Symphoniker und syrische Musiker vereinen sich zu einem großen Klangkörper. Das Ballett des Theater Lüneburg erarbeitet mit einer Gruppe von syrischen Geflüchteten eine Tanzchoreographie. Obwohl arabische und westliche Musikformen scheinbar im Kontrast stehen, können sie über Rhythmus und Melodie zu einem Ganzen verschmelzen. Dem weltberühmten „Bolero” von Maurice Ravel und dem bahnbrechenden und skandalumwitterten Tanzstück „Le Sacre du Printemps” von Igor Strawinsky stehen zwei Uraufführungen der syrischen Komponisten Jehab Jazbeh und Suad Bushnak gegenüber. In ihren Komposition schaffen sie es, eine Brücke zwischen ihren heimatlichen Traditionen und ihrem aktuellen Umfeld zu schlagen. Dem gegenüber stehen Strawinskys „Sacre” und „Bolero” von Ravel, zwei Stücke, die den gesellschaftlichen Normen ihrer Zeit nicht entsprachen und kritisch aufgenommen wurden. Neben den Uraufführungen ist die Performance von „Sacre” ein weiteres Highlight des Konzertes. Tänzer des Theaters haben gemeinsam mit Laientänzern im Rahmen eines Workshops eine Choreographie erarbeitet, an diesem Abend zum ersten Mal gezeigt wird. Ermöglicht wird das gesamte Projekt durch die Förderung „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland” und unterstützt durch das Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft in Lüneburg.

Suad Bushnaq ist eine der wenigen weiblichen zeitgenössischen arabischen Komponisten. Sie wuchs in Jordanien bei ihrer syrischen Mutter und ihrem palästinensisch-bosnischen Vater auf. Bereits mit vier Jahren begann sie Klavier zu spielen und komponierte ihr erstes Stück mit neun Jahren. Für ihre musikalische Weiterbildung ging sie auf das Higher Institute of Music in Damaskus und wechselte dann auf die renommierte McGill University in Kanada, um dort ihre Ausbildung abzuschließen.

Als einer der führenden Violinisten seines Landes zählt Jehad Jazbeh zur musikalischen Elite Syriens. Schon im Alter von sieben Jahren lernte er Geige spielen und fasste schnell Fuß in der musikalischen Welt. Der 1985 in Aleppo geborene Musiker begann früh zu improvisieren und beschäftigte sich neben der klassischen Musik vor allem mit arabischem Pop und traditioneller syrischer Musik, zwei Stilrichtungen, die auch heute noch einen starken Einfluss auf seine
Kompositionen haben. Während seines Studiums in Damaskus spielte Jehad Jazbeh im Syrian National Symphony Orchestra und im Syrian National Orchestra for Arabic Music. Zudem arrangierte er für zahlreiche andere Orchester diverse Stücke, darunter auch Jazz und orientalische Musik. Nach seinem Abschluss am Konservatorium in Damaskus im Jahr 2008 war er auf mehreren Alben berühmter arabischer Musiker zu hören und spielte zahlreiche Konzerte innerhalb und außerhalb Syriens. Aufgrund des im Jahr 2011 beginnenden Krieges in Syrien floh Jehad Jazbeh dann im Jahr 2013 zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in die Türkei. Dort verbrachten sie mehrere Monate, bis Jehad Jazbeh nach Berlin eingeladen wurde. In Deutschland angekommen, wurde Bremen das neue Zuhause der Familie Jazbeh und zusammen mit seinem Bruder Raed begann er auch in Deutschland zu musizieren und Musikerinnen und Musiker zusammenzubringen.

StadtRaumKlang No. 2
„EastWestDanceMelody“
Am 24.11.2018 um 20 Uhr / VERDO Hitzacker (Elbe)
Am 25.11.2018 um 19 Uhr / Libeskind Auditorium d. Leuphana Universität Lüneburg
In Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg

Maurice Ravel Bolero
Jehad Jazbeh new piece (UA)
Suad Bushnak new piece (UA)
Igor Stravinsky Le sacre du printemps

Lüneburger Symphoniker
Ballett des Theater Lüneburg
Bewegungschor
Dirigent Thomas Dorsch

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