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12.04.2017 | 19:00 Uhr

„Denk bloß nicht, ich heule“

„Die DDR im Spiegel verbotener DEFA-Filme“

 

Die DDR im Spiegel verbotener DEFA-Filme“

Eine neue Vortrags-Filmreihe im VERDO mit Hans-Wolfgang Lesch

 

Denk bloß nicht, ich heule“


Hatte es bis zum Jahr 1965 nur zwei Spielfilme der DEFA gegeben, die mit einem Verbot belegt worden waren, nämlich 1952 „Das Beil von Wandsbek“ nach dem Roman von Arnold Zweig, und 1958 „Sonnensucher“, wobei diese extrem geringe Verbotszahl vor allem darauf zurückzuführen ist, dass jeder Spielfilm der DEFA mindestens drei Instanzen der Zensur durchlaufen musste, bevor er zur Aufführung freigegeben wurde, so stellte das Jahr 1965 in dieser Hinsicht alles auf den Kopf,

denn letztlich wurde die Hälfte der Spielfilmproduktion durch das berüchtigte „Kahlschlagplenum“ des ZK der SED vom 16. bis 18.12.1965 verboten oder zurückgezogen, was letztlich auf dasselbe hinauslief. In seinen kulturpolitischen Auswirkungen ist der Dezember 1965 nur zu vergleichen mit dem November 1976, dem Monat der „Ausbürgerung“ von Wolf Biermann. Das lässt sich an den verbotenen DEFA-Filmen sehr schön veranschaulichen.

„Denk bloß nicht, ich heule“ wurde unter der Regie von Frank Vogel 1965 im DEFA Studio Babelsberg nach einem Drehbuch von Manfred Freitag und Joachim Nestler gedreht. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Oberschüler Peter Naumann, der mit Sätzen wie „Ich brauche diese Republik nicht“ vor allem die Lehrer provoziert und zum Rebell der Schule wird. Der Verweis folgt auf dem Fuß. Da er damit „gesellschaftlich“ völlig isoliert wird – nur seine Freundin Anne hält zu ihm – zieht er zu ihr aufs Land. Doch damit gerät er vom Regen in die Traufe. Annes Vater, ein LPG-Vorsitzender, ist strikt gegen ihn und die Verbindung mit Anne. In seiner Verzweiflung macht er den Direktor seiner Schule für seine verfahrene Lebenssituation verantwortlich und will sich an ihm rächen…

Bereits diese Inhaltsskizze macht deutlich, warum der Film auf massive Kritik der politisch Verantwortlichen stoßen musste. Hier wurde eine „sozialistische“ Gesellschaft und Wirklichkeit gezeigt, die es so nicht geben durfte. Entsprechend kam der Film erst 1990 in die Kinos der DDR.

 

Veranstaltungsort: VERDO Hitzacker (Raum Weinberg)
Beginn: 19.00 - 22.00 Uhr
Eintrittspreis 5,00 € p ermäßigt 3,00 €

 

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