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31.10.2014 | 20:00 Uhr

Mediterrane Träumereien

 

Mediterrane Träumereien

Die Kammerakademie der Lüneburger Symphoniker spielt unter der Leitung von Nuri El Ruheibany die Romanze aus Mendelssohns Italienischer Sinfonie,

Joaquin Rodrigos berühmtes Gitarrenkonzert mit dem Solisten Jan Erler (Hitzacker) und als Uraufführung die Musikalischen Bilder aus dem Orient von Nuri El Ruheibany.

Kartenvorverkauf bei allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Verdo Telefon 05862 7965

Kat.I: 27,00 €, Kat.II: 23,00 €, Kat. III: 19,00 €. Ermäßigungen nur auf Anfrage.

Bustransfer ins Konzert von Lüchow über Dannenberg nach Hitzacker und zurück.  Telefonische Vorbestellungen unter: 05841 6446 Busbetrieb Irro, Lüchow

 

Programm

 

Der Zweite Satz aus der italienischen Sinfonie von Mendelssohn

Die italienische Sinfonie von Mendelssohn entstand dank eines Landschaftserlebnisses. In ihr fanden die Eindrücke der Italienreise 1830/31 und Berichte von Goethe ihren Niederschlag. In einem Brief aus Rom heißt es: „Die italienische Sinfonie macht große Fortschritte, für den langsamen Satz will ich es mir für Neapel aufsparen.“ In der Tat weckt die Musik dieses Satzes in uns eine besinnliche Abendmusik am Mittelmeer, wie sie nicht schöner sein kann. Die Anfangsmelodie soll durch eine Prozession in Neapel angeregt worden sein und bereitet die Atmosphäre der getragenen Hauptmelodie vor, die von Pizzicato von den Bässen begleitet wird.

Concierto de Aranjuez

Mit seinem „Concierto de Aranjuez“ schuf Rodrigo 1939 ein großes Erfolgswerk – nicht zuletzt, weil er sich in noch nie dagewesener Kühnheit wagte, die Gitarre als Soloinstrument einem großen Orchester gegenüber zu stellen, ohne dass das Orchester das Übergewicht erhält. So hat dieses Werk mit einem Schlage seinen Komponisten berühmt gemacht und es sind die herausragendsten Interpreten, die sich bis heute für seine Stücke faszinieren. Aber auch das Sich Öffnen fremder Kulturkreise, die aus dem Süden Europas adaptierte Rhythmik, eingängige Melodik, die Besinnung auf die Romantik sind unerschöpflicher Nährboden und Wurzeln für sein kompositorisches Schaffen. Damit weckt er schließlich Erinnerungen an vergangene Zeiten, an die zahlreichen lieblichen Gärten von Aranjuez mit ihren Springbrunnen, ihren Bäumen und Vögeln…

Und – eine bemerkenswerte Tatsache ist: Rodrigo konnte selbst auf der Gitarre keine vier Töne hintereinander spielen. Warum sein Stück so überaus erfolgreich wurde, weiß er selber nicht, gesteht, dass er „… an nichts anderes gedacht habe, dass dieses Konzert (ihm) besonders gut gelingen, beim Publikum Anklang finden und oft gespielt werden möge.“

 

Musikalische Bilder aus dem Orient

Schon seit Längerem war es der Wunsch von Nuri El Ruheibany einen Zyklus von Bildern aus seiner ersten Heimat Syrien zu komponieren. Und nachdem die ersten Stücke – anfangs für 4-händiges Klavier, später für großes Orchester - trotz aller berechtigten Skepsis erfolgreich aufgeführt worden waren, konnte der Zyklus der „Musikalischen Bilder aus dem Orient“ schließlich 2014 vervollständigt und abgeschlossen werden. Der Komponist Nuri El Ruheibany führt an sieben ganz unterschiedliche Orte und Scenen seiner ersten Heimat und zeigt so mit seiner Musik viele Bilder aus diesem alten und kulturreichen Land.

Im ersten Bild führt der lange Weg durch die zauberhafte Wüstenlandschaft, durch Hügel und Steppen bis zur großen Oase „Palmyra“ hinein. Beim Annähern an das Ziel ertönt eine Volksmelodie, die die Freude bei der Ankunft an der Oase widerspiegelt. Im zweiten Bild „Die verlassene Ruine“ erinnert das Anfangsmotiv an die glanzvolle Zeit, als die Bewohner noch reich und glücklich waren. Aber bald schleicht sich eine traurig „einstimmige“ Melodie ein, umkreist die Ruine und hinterlässt eine melancholisch-nachdenkliche Stimmung. Im dritten Bild durchquert der Komponist mit einer Karawane die alte berühmte Seidenstrasse. Nach einer ruhigen Einleitung kommt ein Rezitativ, in dem der Erzähler uns einige der ruhmreichen Geschichten dieser Strasse erzählt. Ein orientalischer Rhythmus, der unter dem gesamten Stück liegt, erinnert an den ruhigen gleichmäßigen Gang der Kamelkarawanen durch die Wüste.

Berühmt waren die Reiter von Palmyra durch ihren Mut und ihre Tapferkeit. Sie durchquerten mit ihren arabischen Pferden die Karawanenwege und sorgten für Schutz und Ordnung. Auch eine Rast mit romantischen Träumen gönnten sie sich vor ihrem nächsten weiten Ritt. Jetzt wird es langsam dunkel und der Komponist beschreibt in seinem „Tanz der Sterne“ das langsame Erwachen der Sterne, bis der Himmel voll von ihnen wird. Dann beginnen sie mit einem leuchtenden Tanz den Himmel zu erhellen. Im sechsten Bild bleiben wir in Palmyra. Dabei führt das Englischhorn zurück in die Vergangenheit, bis uns schließlich die Bassklarinette mit ihren tiefen Tönen sanft in den Schlaf lockt und in einen Traum versetzt, wo uns eine Tänzerin in der großen Tempelhalle mit ihrem Tanz verzaubert. Im Finale schließlich rufen Pauken und Trompeten mit ihren freudigen Fanfaren zum „Volksfest“ alle zum Feiern auf. Das unterschiedliche Herumtreiben von Tänzern, Sängern und Gauklern läuft so ineinander über in eine freudige Volksstimmung – so wie man es eben von einem orientalischen Jahrmarkt kennt

Geführt werden wir durch die orientalischen Bilder von fünf verschiedenen Karawanen, die die Stimmung des nächsten Bildes vorbereiten. Zu einer sich wiederholenden Grundmelodie wechselt El Ruheibany die Instrumente, je nach der Tageszeit, denn nach der islamischen Regel gibt es fünf Gebete am Tag. Das erste Gebet ist vor dem Sonnenaufgang, kurz bevor die Karawane aufbricht, am Mittag folgt dann das Mittagsgebet, das noch voller Kraft und Elan ist. Am Nachmittag versuchen die Streicher mit ihrem Pizzicato die langsam nachlassende Stimmung zu erheitern und beim Sonnenuntergang spürt man die Abendröte in der Musik bis die Sterne aufgewacht sind und zum Tanzen formiert sind. Die fünfte Karawane führt dann in die Nacht hinein und möchte dazu verleiten mit der Harfe und den zarten Holzbläsern zur Ruhe und Besinnung zu kommen.

 

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