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03.05.2017 | 19:00 Uhr

„Wenn Du groß bist, lieber Adam“

„Die DDR im Spiegel verbotener DEFA-Filme“

 

 
Eine neue Vortrags-Filmreihe im VERDO mit Hans-Wolfgang Lesch

 

Wenn du groß bist, lieber Adam“


Der heiterste Film, der dem Verdikt des „Kahlschlagplenums“ vom Dezember 1965 zum Opfer fiel, ist ganz zweifellos die unter der Regie von Egon Günther entstandene

märchenhafte Komödie „Wenn du groß bist, lieber Adam“. Für Günther, den ehemaligen Neulehrer, war es seit 1961 seine fünfte Regiearbeit, und die DEFA sah in ihm bereits einen ihrer künftigen Starregisseure, so sehr hatten seine bisherigen Spielfilme überzeugt. Für seinen neuen Film hatte er seine Frau, die Autorin viel gelesener Prosatexte, Helga Schütz, als Szenaristin gewonnen, und gemeinsam hatten sie einen Filmtext entworfen, der später viele an Erich Kästner erinnern sollte.

Zum Inhalt: Der kleine Adam lebt mit seinem Vater Sepp in Dresden, während die Mutter in Schwedt studiert. Der Junge ist begabt und sehr belesen, wozu sein Onkel Konstantin, ein Pfarrer, mit seinen Buchgeschenken nicht unwesentlich beiträgt. Eines Tages, als sie einen Zug besteigen, folgt Adam und Sepp ein Schwan, für den der Junge ein Ticket kauft. Der schenkt ihm dafür eine Taschenlampe mit einer besonderen Eigenschaft. Eingeschaltet lässt sie jeden, der in ihrer Gegenwart lügt, in die Luft schweben. Die von Sepp und Adam angestrebte Serienproduktion scheitert. Nur die Wunderlampe des Schwans verfügt über die so nützliche Eigenschaft. Auch Adams Versuch, die Lampe loszuwerden, weil sie ihn ständig in Schwierigkeiten bringt, misslingt. Ein Minister, durch die Lampe entlarvt, wirft sie schließlich in die Elbe. Sie fällt einem Schwan auf den Kopf – und da taucht plötzlich Adams Mutter auf.

Obwohl die zahlreichen Anspielungen auf „Schwächen“ des DDR-Staates, der Gesellschaft und ihrer Individuen ausgesprochen heiter aufgemacht waren, fand „Wenn du groß bist, lieber Adam“ vor dem ZK-Plenum keine Gnade. Im Gegenteil: Da der Film im Dezember 1965 noch nicht ganz fertig gestellt war, wurden Film- und Tonspur getrennt im DEFA-Archiv eingelagert. Als Egon Günther und Helga Schütz sich im Herbst 1989 daran machten, beides zusammenzufügen, mussten sie feststellen, dass kritische Dialogstellen aus den Tonbändern entfernt worden waren.

Wie die beiden das Problem dennoch lösten und „Wenn du groß bist, lieber Adam“ im Jahr 1990 doch noch gezeigt werden konnte, wird sicherlich zu Diskussionen anregen, auch darüber, warum ein solcher Film überhaupt verboten wurde.


 

 

 

 

Eintritt: 6,00 €/ erm. 3,00 €

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