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25.10.2017 | 19:00 Uhr

„Irgendwo in Berlin“

Die frühen DEFA-Spielfilme VI

 

Eine neue Vortrags-Filmreihe im VERDO mit Hans-Wolfgang Lesch

 

 

Irgendwo in Berlin“

Nach „Die Mörder sind unter uns“ und „Freies Land“ war „Irgendwo in Berlin“ der dritte DEFA-Film, der 1946 fertig gestellt wurde und am 18.12.46 in der Deutschen Staatsoper zur Uraufführung kam. Damit wird deutlich, wie ernst die DEFA die ihr übertragene Aufgabe nahm, den Menschen nach dem Krieg möglichst rasch Bilder der Zeitsituation zu vermitteln. Sie beschritt damit einen völlig anderen Weg als die westlichen Besatzungsmächte der Viersektorenstadt, die der Bevölkerung vor allem amerikanische Spielfilme anboten und sich nach einem gemeinsam ausgerichteten Filmkongress im Juni 1946 darauf verständigt hatten: „In den kommenden fünf Jahren wird hier kein deutscher Film gedreht.“

„Irgendwo in Berlin“ spielt wie „Die Mörder sind unter uns“ unmittelbar nach dem Kriegsende in der zerbombten Stadt. Die Kinder nutzen die Trümmerlandschaft als großen Abenteuerspielplatz, auf dem sie nicht nur Verstecken spielen, sondern auch mit gefundenen Waffen „um sich ballern“. Gustav erwartet mit seiner Mutter die Rückkehr des Vaters aus der Gefangenschaft in der Hoffnung, dass er möglichst bald daran gehen wird, seine zerbombte Großgarage wieder aufzubauen. Doch dann kommt der Vater endlich – ein physisches und psychisches Wrack. Die Kinder der Straße, durch den Krieg verroht, beschimpfen ihn als „dreckigen Jammerlappen“ und wollen auch mit seinem Sohn nichts mehr zu tun haben. Einzig Gustavs Freund Willi hält noch zu ihm. Als die Kindergruppe auch den als Feigling beschimpft, will der das nicht auf sich sitzen lassen und erklettert die Wand einer Hausruine, von der er abstürzt und kurz danach stirbt. Die Kinder bringt dieses Unglück zur Besinnung. Gemeinsam machen sie sich daran, das Gelände der Großgarage zu enttrümmern, um es für den Wiederaufbau vorzubereiten.

„Irgendwo in Berlin“, bei dem der seit Stummfilmzeiten beim Film arbeitende Gerhard Lamprecht das Drehbuch geschrieben und es im Frühjahr 1946 dem „Sowjetisch-deutschen Filmaktiv“ vorgelegt hatte, dem Vorläufer der DEFA, die ihm dann auch die Regie übertrug, war nach Meinung der zeitgenössischen Kritik ein sehr gelungener, weil wirklichkeitsnaher Film, der sowohl Kinder wie auch Erwachsene ansprach. Erst 1975 kam der Film in die Kinos der Bundesrepublik, wo er überwiegend als Kinderfilm abgetan wurde. Das „Lexikon des internationalen Films“ dagegen nannte „Irgendwo in Berlin“ 2001 ein „zeitgeschichtlich bedeutendes Dokument“. Entsprechend kann der Film seinen Platz unter den besten frühen DEFA-Filmen beanspruchen.

 

 

 

Eintritt: 6,00 €/ erm. 3,00 €

 

 

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