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12.09.2017 | 19:00 Uhr

„Der Untertan“

Die frühen DEFA-Spielfilme I

 

 

Filmvortrag von Hans-Wolfgang Lesch

Der Untertan“

 


Gemäß der historischen Einordnung der Filmthemen beginnt die Vortragsfilmreihe „Wie alles begann: Die frühen Spielfilme der DEFA“ mit Wolfgang Staudtes längst zum Klassiker gewordenen „Der Untertan“, eine 1951 entstandene Verfilmung des gleichnamigen Romans von Heinrich Mann.

In diesem Film karikiert Staudte, wie Heinrich Mann in seinem 1943 zuerst auf Hebräisch erschienenen Roman, den Charakter eines „vorbildlichen Untertans“, der nach oben buckelt und nach unten tritt und auf diese Weise im preußischen Staat Karriere macht. In der Gestaltung der Rolle dieses Untertans, Diederich Heßling, ist dem Hauptdarsteller, dem damals jungen Schauspieler Werner Peters, geradezu eine Identifikation mit der „Untertanen-Figur“ gelungen.

Der Film war als eines der ersten großen Prestige-Projekte der DEFA in der gerade zwei Jahre alten DDR angelegt, so dass Staudte in jeder Hinsicht aus dem Vollen schöpfen konnte, u.a. mit 33 namentlich genannten Schauspielerinnen und Schauspielern. Der Regisseur formulierte damals als Intention seines Films: „Ich will die Bereitschaft gewisser Menschen um 1900 zeigen, die über zwei Weltkriege hinweg zum Zusammenbruch Deutschlands im Jahr 1945 führte. Es soll eine Weiterführung meiner Anklage sein, wie ich es schon in dem Film „Die Mörder sind unter uns“ (1946) ausdrücken wollte (folgt als 5. Film der Reihe).

Weltweit erhielt der Film hohe Anerkennung, lediglich in der BRD wurde er sieben Jahre verboten, dann gekürzt gezeigt. Die ungekürzte Fassung kam in der BRD erst 1971, also zwanzig Jahre nach seiner Uraufführung, in die Kinos.

Warum gerade der „Interministerielle Ausschuss“ der Bundesrepublik, der für die Zulassung von Filmen zuständig war, diesen Film so kategorisch ablehnte, wird im Nachgespräch zu erörtern sein.

 

Veranstaltungsort: VERDO Hitzacker (Raum Weinberg-Foyer)
Beginn: 19.00 - 22.00 Uhr
Eintrittspreis 6,00 € p ermäßigt 3,00 €

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